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Mit wie viel Jahren bekommt man Magengeschwüre?

Magengeschwür

© Henrie – Fotolia.com

Besonders zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr erkranken Menschen an Magengeschwüre ( Ulcus ventriculi). Diese zählen zu den häufigsten Leiden des Verdauungstraktes und betreffen im Verhältnis Männer öfter als Frauen.

Als örtlich begrenzte Entzündung greift das Geschwür zunächst die innerste Schicht der Magenwand (Magenschleimhaut) an.

Ohne Behandlung kann es sich ausbreiten und auch das tiefer gelegene Magengewebe beschädigen.


„Ohne Säure kein Ulcus“

Dieses medizinische Credo meint die Magensäure, die für den Verdauungsprozess im Magen notwendig ist. Damit die aggressive Säure wohl die Nahrung, nicht aber den Magen selbst angreift, schützt sich die Magenwand mithilfe eines alkalischen Schleimes. Nur bei Störungen des Gleichgewichtes zwischen Schutz- und Angriffmechanismen kommt es zur Attacke der Magenwand. Als häufigste Ursache für dieses Missverhältnis gilt das Bakterium „Helicobacter Pylori“, das infolge einer Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut – Magenschleimhautentzündung) die Entstehung eines Magengeschwürs auslösen kann.

Allerdings besteht kein Grund zur Beunruhigung, sollten Sie zu den vom Helicobacter Infizierten gehören. Nur ein geringer Anteil dieser Patienten zeigt während des Krankheitsverlaufes die Entwicklung von Magengeschwüren. Gefährdet sind auch Personen, die regelmäßig bestimmte entzündungshemmende Medikamente einnehmen sowie von Stress oder seelischer Unruhe Geplagte. Übermäßiger Alkoholkonsum oder Rauchen gelten ebenfalls als begünstigende Einflüsse.

Beschwerden und Diagnose

Typische Schmerzen für Magengeschwüre treten im Oberbauch auf, von dort aus können sie manchmal bis in den Rücken ausstrahlen. Betroffene beschreiben die störenden Empfindungen als brennend, bohrend oder auch als dumpfe Druckschmerzen, die sich nach der Nahrungsaufnahme, aber auch davon unabhängig bemerkbar machen. Sollten Sie über einen längeren Zeitraum unter derartigen Symptomen leiden, ist es höchste Zeit für den Arztbesuch.

Etwas weniger als die Hälfte aller diagnostizierten Magengeschwüre werden erst bei Komplikationen wie Magenblutungen erkannt. Wenn der Blutverlust hierbei erheblich ist, zeigt er sich als schwarze Verfärbung des Stuhles und kann zu einer Anämie (Blutarmut) bis hin zu Blutdruckabfall und blutigem Erbrechen führen. Dramatisch gestaltet sich unter Umständen auch ein Durchbruch der Magenwand, wenn der Mageninhalt in die Bauchhöhle eindringt und die Entzündung des Bauchfells bewirkt.

Diese Fragen sollten Sie sich stellen wenn Sie ein Magengeschwür vermuten:

  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Trinken Sie Alkohol?
  • Rauchen Sie?
  • Haben Sie andere Erkrankungen?
  • Trinken Sie viel Kaffee?
  • Wo genau haben Sie Bauchschmerzen?

Geringe Blutungen werden über Stuhlproben auf Testbriefchen erkannt, die selbst okkultes (verstecktes) Blut dokumentieren. Neben Tastbefunden und Krankheitsverlauf ist für den Arzt auch über diesen Nachweis der Verdacht auf Magengeschwüre naheliegend. Die endgültige Diagnose wird durch eine Magenspiegelung gestellt und eventuell zusätzlich der Helicobacter durch einen Atemtest und die Untersuchung entnommener Gewebeproben bestätigt.

Magengeschwüre → Blut spucken → was kann passieren?

Da bei einem Magengeschwür immer die aggressive Magensäure als Auslöser im Vordergrund steht, wird die Erkrankung durch medikamentöse Drosselung der Säure therapiert. Sollte bei Ihnen der Nachweis des Helicobacter – Keimes erfolgt sein, findet außerdem dessen Bekämpfung mit zwei verschiedenen Antibiotika statt. In fast allen Fällen vernichtet diese Behandlungsform das Bakterium und bewirkt anschließend die Abheilung der Magenwand. Die früher häufig eingesetzte Operationsmethode müssen Sie heute nur noch fürchten, falls das Magengeschwür trotz der Medikamentengabe nicht heilt, Blutungen sich nicht stillen lassen oder das Geschwür die Magenwand durchbrochen hat.

Letzte Aktualisierung am 30.05.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API